Tödliche Aussichten (Gerd Frey)

Inhalt

“Tödliche Aussichten” ist eine Sammlung spannender Kurzgeschichten. Einige sind düster, andere besitzen überraschenden Wendungen, die meisten sind sie auf ihre Weise fremdartig. Sie spielen in einer fernen Zukunft oder im Weltraum, sind phantastisch oder satirisch.
Eine kleinere Sammlung dieser Geschichten habe ich bereits hier rezensiert: Zukunftsgeschichten.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Gerd Frey, der mir sein Buch zur Verfügung gestellt hat.

Mein Eindruck von “Tödliche Aussichten”

Frey hat seine Kurzgeschichten in fünf Kategorien unterteilt: Magische Geschichten, Kosmische Geschichten, Dystopische Geschichte, Phantastische Geschichten und Satirische Geschichten.

Magische Geschichten
Eine Geschichte kannte ich bereits aus “Zukunftsgeschichten”. Aber erst zusammen mit den anderen Geschichten aus diesem Kapitel sieht man, dass sie miteinander vernetzt sind. Charaktere, die in einer Geschichte als Nebenfigur auftauchen, sind die Hauptfigur der nächsten Geschichte. Dadurch erhält man nach und nach immer wieder neue Blickwinkel auf bestimmte Begebenheiten und Personen.
Sehr gut gefallen hat mir, dass eine Vielzahl verschiedenster und kreativ-neuer magischer Gegenstände zu dieser untergehenden Welt der Magier gehören. Der Hintergrund dieser Geschichten gewinnt dadurch an Tiefe und Farbe, da beim Lesen das Gefühl entsteht, dass die Welt so ausgereift ist, dass eine Vielzahl solcher Gegenstände überhaupt erwähnt werden können.
Aufgefallen ist mir, dass sich nach der zweiten Geschichte das Gefühl einstellte, keine wirkliche Überraschung mehr erwarten zu können. Die Geschichten sind in sich sehr schlüssig und haben alle den ein oder anderen Dreh. Aber dadurch, dass sie alle so einen Dreh haben, wird es wieder gewöhnlich.

Kosmische Geschichten
Der Weltraum ist groß, aber nicht so groß, dass man sich aus dem Weg gehen kann. In diesen Geschichten findet sich der Leser auf Schauplätzen verschiedener Konflikte, Expeditionen und abenteuerhaften Reisen zu fremden Wesen wieder. Sehr gelungen finde ich, dass letzten Endes nicht in allen Geschichten klar gesagt wird, ob die Protagonisten menschlich sind. Oft schaut man Protagonisten über die Schulter, die Teil einer Einheit oder Truppe sind, und bekommt so neben der eigentlichen Geschichte noch gezeigt, wie austauschbar diese Charaktere für ihre Truppen sind.

Die Welt in der sie leben und die Technik die sie nutzen sind fremd und nur so weit beschrieben, wie es für die Geschichte nötig ist. Dadurch kreiert Frey wieder einen sehr dichten Hintergrund, der sich greifbar und echt anfühlt, ohne dass der Leser mit unnötigen Informationen erschlagen wird.
An einigen Stellen hätte ich mir aber ein wenig mehr Information bzw. eine deutlichere Strukturierung gewünscht. In einigen Geschichten werden beide beteiligten Parteien mit ihrer jeweiligen Sicht auf die Dinge vorgestellt, so dass es durch die Perspektivwechsel von einem Abschnitt zum nächsten für mich manchmal etwas unübersichtlich wurde.

Dystopische Geschichten
Mit einem Wort: Düster. Jede Geschichte zeigt eine andere Zukunftsversion, die allesamt alles andere als schön sind. “Dunkle Sonne” passt dabei nach meinem Empfinden nicht ganz in diese Kategorie. Zwar ist diese zukünftige Welt, in der die Geschichte spielt, sehr passend, aber der Fokus ist doch eher auf das glückliche Ende der Figuren gerichtet.
Ganz angenehm fand ich, dass die Beschreibungen hier etwas ausführlicher geworden sind als in den magischen und kosmischen Geschichten. Eine zu große Infoflut gab es dadurch nicht, aber es fiel mir leichter, mir während des Lesens einer Bild der Geschichte zu machen.

Phantastische Geschichten
Ich war mir während des Lesens nicht sicher, ob phantastisch die richtige Beschreibung für diesen Abschnitt des Buches ist. Zumindest ich stelle mir unter Phantastik eher den Fantasybereich vor, allerdings bedeuten die beiden Begriffe natürlich nicht das gleiche, weshalb “phantastisch” wahrscheinlich doch passt.
Die Geschichten sind alle ziemlich düster und hätten in meinen Augen auch in den dystopischen Geschichten Platz gefunden. Bei ein oder zwei war ich mir am Ende nicht sicher, was ich davon halten soll, da ich das Ende etwas nichtssagend fand.

Satirische Geschichten
Die erste der satirischen Geschichten, “Liebe, Sex und ?”, hat mir nicht so gut gefallen. Es fehlt für mich ein schlüssiges Ende und griffigere Charaktere. Die drei Geschichten vom Abfallverkäufer wiederrum haben mir sehr gut gefallen. Insgesamt sind sie ein schöner Abschluss für dieses Buch.

Fazit

Eine spannende Sammlung an Kurzgeschichten, die auch schöne Happen für Zwischendurch sind. Mit Konzentration sollte man aber schon lesen, sonst wird man schnell einmal verwirrt. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

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